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Lymphatic Drainage and Legs

Eine sitzende Person legt ihre eigene Hand locker auf den Oberschenkel; Nahaufnahme im Sportplakat-Stil vor weißem Hintergrund.

Lymphdrainage Legs selber machen: Möglichkeiten und Grenzen

Nayl Badawi Updated on 5 min read

Was du zu Hause selbst übernehmen kannst, warum eine persönliche Einweisung wichtig ist und welche Fragen du dafür mitbringen solltest.

Lymphdrainage an den Legsn selber machen ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich: Bei einem diagnostizierten Lymphödem kann eine angeleitete, vereinfachte Selbstmassage die Behandlung ergänzen. Dafür brauchst du eine persönliche Einweisung. Welche Bereiche behandelt werden, welche Handbewegungen passen und wie die Anwendung in deinen Alltag gehört, richtet sich nach deinem Befund.

Hier erfährst du, wie du diese Einweisung vorbereitest, einen verständlichen Plan für zu Hause bekommst und erkennst, wann Selbstanwendung nicht der nächste Step ist. Wenn deine Legs neu oder ohne bekannte Ursache anschwellen, steht zuerst die ärztliche Abklärung an.

Selbstmassage lernen: Was ist damit gemeint?

Die manuelle Lymphdrainage, kurz MLD, ist eine spezielle Behandlung durch entsprechend ausgebildete Fachpersonen. Für zu Hause gibt es eine vereinfachte Form, international oft „Simple Lymphatic Drainage“, kurz SLD, genannt. Sie wird individuell erklärt und eingeübt. Sie ist nicht mit einer kräftigen Sportmassage gleichzusetzen.

Bei einer Lymphödembehandlung gehören mehrere Bausteine zusammen. Dazu zählen je nach Plan Kompression, Bewegung, Hautpflege und Lymphdrainage. In der Erhaltungsphase übernehmen Betroffene einen Teil dieser Maßnahmen selbst. Das Ziel ist, die erreichten Behandlungsergebnisse im Alltag zu unterstützen. Selbstmanagement bedeutet dabei auch, Veränderungen mitzuteilen und die vereinbarten Kontrollen wahrzunehmen.

Eine Übersicht der Verfahren findest du in unserem Ratgeber zur Lymphdrainage der Legs. Hier konzentrieren wir uns auf die persönliche Anleitung und ihre Umsetzung zu Hause.

Vor dem Start: Ist die Ursache der Schwellung geklärt?

Geschwollene Legs haben unterschiedliche mögliche Ursachen. Neben einem Lymphödem kommen beispielsweise Venenprobleme, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen von Herz und Nieren infrage. Vom Aussehen allein lässt sich nicht ableiten, welche Behandlung geeignet ist. Beschreibe beim Termin, seit wann die Veränderung besteht, ob ein oder beide Legs betroffen sind und welche weiteren Beschwerden du bemerkst.

Lass eine neue, ungeklärte einseitige Schwellung oder eine plötzlich starke, schmerzhafte Schwellung dringend ärztlich abklären. Das gilt auch für heiße, gerötete Haut, insbesondere zusammen mit Fieber oder Krankheitsgefühl. Setze in dieser Situation keine Selbstmassage als Behandlungsversuch ein. Bei zusätzlichen akuten Atemproblemen oder Brustschmerzen rufst du 112. Für dringende, nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten ist in Deutschland die 116117 erreichbar.

Auch bei einer bekannten Diagnose können neue Beschwerden einen anderen Step erfordern als deine gewohnte Routine. Die ausführlichere Einordnung steht im Beitrag zu Nebenwirkungen und Gegenanzeigen.

So wird aus einer Einweisung ein brauchbarer Plan

1. Das konkrete Ziel festhalten

Bitte deine Therapeutin oder deinen Therapeuten zunächst um eine klare Erklärung: Was soll die Selbstanwendung bei dir ergänzen? Welche Beschwerden oder Veränderungen sollen beobachtet werden? Notiere das Ziel in eigenen Worten. „Die vereinbarten Maßnahmen zwischen Terminen selbstständig umsetzen“ ist als Arbeitsauftrag hilfreicher als ein allgemeines Versprechen, die Legs zu „entwässern“.

2. Körperbereiche und Handbewegungen zeigen lassen

Bei der vereinfachten Selbstlymphdrainage wird nicht zwangsläufig direkt die geschwollene Stelle massiert. Je nach Situation gehören auch andere, nicht geschwollene Bereiche zur Anleitung. Eine pauschale Regel wie „immer am Fuß beginnen und kräftig nach oben streichen“ ersetzt deshalb keine persönliche Einweisung.

Lass dir die für dich vorgesehenen Bereiche, Reihenfolge und Handbewegungen zeigen. Bitte um Rückmeldung, während du das Gezeigte selbst nachvollziehst. Du kannst dafür konkret fragen: „Bin ich an der richtigen Stelle? Ist der Kontakt so gemeint? Welche Bewegung soll ich vermeiden?“

3. Eine persönliche Erinnerungshilfe mitnehmen

Frage nach einem geeigneten Merkblatt oder nach einer kurzen Notiz zu deiner Anleitung. Halte fest, welche Seite betroffen ist und welche Stepe dir tatsächlich gezeigt wurden. Eine Skizze oder ein mit Erlaubnis aufgenommenes eigenes Demonstrationsvideo kann als Erinnerung dienen. Es sollte eindeutig zu deiner Einweisung gehören, damit du später keine unterschiedlichen Internetanleitungen vermischst.

4. Die Anwendung alltagstauglich organisieren

Suche dir einen ruhigen Platz, an dem du die vereinbarte Position gut einnehmen kannst. Lege deine Erinnerungshilfe bereit. Falls du die gezeigten Körperbereiche nicht erreichst, sprich das bereits im Termin an. Eine Angehörige oder ein Angehöriger kann nach entsprechender Einweisung unterstützen.

Besprich außerdem, wann die Selbstanwendung in deinen Tagesablauf passt und wie sie mit anderen verordneten Maßnahmen zusammengehört. Vereinbare Dauer und Häufigkeit ausdrücklich. Wenn etwas unklar geblieben ist, notiere die Frage und hole die fehlende Erklärung ein, statt die Anleitung selbst zu ergänzen.

5. Rückmeldung und nächste Kontrolle vereinbaren

Schreibe dir auf, an wen du dich bei Fragen wenden kannst. Für das nächste Gespräch reichen oft kurze Beobachtungen: Was konntest du wie geplant umsetzen? Wo warst du unsicher? Hat sich etwas ungewohnt angefühlt? Wurde eine Schwellung oder Hautveränderung neu bemerkt? Solche Notizen beschreiben deinen Verlauf, ersetzen aber keine Diagnose und beweisen allein keine Wirkung.

Aus Einweisung wird ein Plan

Zeigen lassen: Bereiche und Reihenfolge

Selbst vormachen: Rückmeldung einholen

Notieren: Dauer und nächste Kontrolle

Die eigene Einweisung ist der Maßstab. Eine Grafik ersetzt keine persönlich gezeigten Handgriffe.

Was daneben zum Selbstmanagement gehört

Hautpflege und Hautschutz sind Bestandteile der Lymphödembehandlung. Lass dir erklären, welche Pflege bei deinem Hautzustand passt und was du bei kleinen Verletzungen tun sollst. Eine verordnete Kompressionsversorgung braucht ebenfalls eine passende Auswahl und Anleitung zum Anlegen. Kaufe oder verändere die Kompression nicht allein anhand eines Massagevideos.

Aktive Bewegung ist ein eigener Baustein. Wenn du wissen möchtest, welche Bewegungsformen mit deinem Behandlungsteam besprochen werden können, lies unseren Beitrag zu ergänzenden Übungen für die Legs. Eine Selbstmassage-Anleitung und ein Bewegungsplan beantworten unterschiedliche Fragen.

Selbstmanagement abstimmen

Kompression: so wie verordnet

Bewegung: passend zu deiner Belastbarkeit

Hautpflege: individuell besprechen

Welche Bausteine dazugehören, richtet sich nach deinem Befund und dem vereinbarten Plan.

Woran du eine ungeeignete Anleitung erkennst

Vorsicht ist angebracht, wenn ein Beitrag ohne Kenntnis deines Befunds dieselbe Griffabfolge für jede Beinschwellung empfiehlt. Ebenso fehlen wichtige Informationen, wenn nicht erklärt wird, für wen eine Anleitung gedacht ist, wo ihre Grenzen liegen oder wann eine Rückfrage nötig ist. Ein professionell wirkendes Video kann diese Fragen offenlassen.

Nutze deshalb als Maßstab deine eigene Einweisung. Ändere gezeigte Handbewegungen oder die vereinbarte Anwendung nicht eigenständig, um einen vermeintlich stärkeren Effekt zu erreichen. Bei Infektion oder Krankheitsgefühl wird die Selbstmassage nicht durchgeführt; kläre das weitere Vorgehen medizinisch ab.

Auch ein Gerät ersetzt diese Einweisung nicht automatisch. Wie sich die Verfahren unterscheiden, erläutert unser Vergleich von manueller Behandlung und Recovery Boots. Daraus folgt keine pauschale Eignung eines Geräts für deine Diagnose.

Häufige Fragen

Eine vereinfachte Selbstmassage kann bei einem diagnostizierten Lymphödem Teil deines Behandlungsplans sein. Lass dir die für dich vorgesehenen Handgriffe persönlich zeigen. Für eine ungeklärte Beinschwellung ist ein allgemeines Internetvideo keine ausreichende Grundlage.

Nicht automatisch. Bei angeleiteter Selbstlymphdrainage können auch nicht geschwollene Körperregionen einbezogen werden. Welche Bereiche und Wege bei dir passen, bestimmt die Fachperson anhand deiner Situation.

Halte dich an den vereinbarten Plan. Frage ausdrücklich nach Dauer, Häufigkeit und Gründen für eine Pause. Zeitangaben aus einem fremden Behandlungsblatt lassen sich nicht ohne Nextes auf deine Beschwerden übertragen.

Ja, eine Fachperson kann auch eine unterstützende Person in die vorgesehenen Techniken einweisen. Sinnvoll ist das besonders, wenn du die vereinbarten Bereiche selbst nicht gut erreichst. Beide sollten wissen, bei welchen Veränderungen ihr Rücksprache halten müsst.

 

 

 

Quellen

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